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Paddel 1


Tag 1: Leisten mit Epoxy verleimen

Es ist ja so: Wenn man sich mit Faltbootbau beschäftigt, bleibt es gar nicht aus, dass man irgendwann auch mal ein Paddel versucht zu bauen.
Und es ist ja so: Wenn man mal ein Paddel gebaut hat, dann baut man irgendwann auch ein zweites, drittes, viertes...usw...
Also fange ich lieber schon beim ersten Paddel an, das durchzunummerieren. Hier kommt also Paddel Nummer 1 :-)

Ein bisschen blöd abzubilden sind sie ja schon. Das ergibt immer so schmale Bilder :-) Aber wenigstens erkennt man im Bild oben, dass ich es irgendwann aufgegeben habe, ein schönes Stück Vollholz zu bekommen, aus dem ich ein Paddel schnitzen kann. Dabei wollte ich nur Fichte, mit feinen Jahresringen, die senkrecht zur Blattfläche stehen, astfrei und zu einem vernünftigen Preis. Nix da, war nicht zu bekommen. Beinahe hätte ich amerikanische Western Red Cedar genommen, aber das wäre ein Balken mit 20x10cm Querschnitt, und 3 Metern Länge gewesen, für irgendwas um 120 Euro. Hätte für mehrere Paddel gereicht, war mir aber erst mal zu viel.

Dabei hatte ich sehr schöne Kiefernleisten noch in der Garage liegen. Nominell 20x20mm im Querschnitt, tatsächlich etwas weniger. Schön gemasert, astfrei (der kleine Ast im Bild oben verschwindet noch im Späneeimer), gerade und nie verwendet. Zusammengeklebt habe ich sie mit Marine-Epoxy. Der Rohling wog dann gleich mal knappe 5kg.


Und so liegen die Lagen: Der Schaft hat senkrechte Jahresringe für die Stabilität in Belastungsrichtung. Die Blätter haben waagerechte Jahresringe, das gefällt mir auch optisch besser. Hier hätte ich auch ein anderes Holz verwenden können, was leichtes, rötliches zum Beispiel. Hab aber nix da, ich bin ja sonst kein Holzwurm, säge höchstens mal Sperrholz. Vielleicht beize ich die Blätter später.

Tag 2: Umriss aussägen

Orientiert habe ich mich an der Anleitung von Chuck Holst (dazu gibt es auch ein Video von Matt Johnson - beneidenswert was der da für ein schönes Brett auf dem Tisch liegen hat für sein Paddel).

Die Bearbeitungsreihenfolge habe ich umgedreht: Erst schneide ich den Umriss des Paddels aus, dann hobele ich die Blätter in der Fläche. Die Umriss-Form im Bild oben habe ich mit der Stichsäge rausgeschnitten, dann mit einem Hobel geglättet, und zuletzt mit dem Bandschleifer nachgeschliffen. Der Schaft hat fast schon Endmaße, 600mm lang, 39x30mm im Querschnitt. Das Blatt wird aussen 100mm breit. Die Paddellänge beträgt 236cm.

Jetzt wiegt der Rohling genau 3,6kg. Die Kiefernleisten mit den feinen Jahresringen sind eher schweres Material. Da muss noch viel weg. Dafür sind die Leisten auch schön stabil und belastbar, da kann also auch noch viel weg.


Tag 3: Blattflächen abhobeln

Die Blattflächen sind gehobelt und geschliffen. Das war nur 2 Stunden Arbeit, hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Es geht also auch ohne Bandsäge, und sogar gut. Einen elektrischen Hobel brauchte ich auch nicht. Den Handhobel habe ich drei mal nachgeschliffen und oft neu eingestellt. Gewicht jetzt 2260g. Also habe ich 1340g abgehobelt, und das hat meine Werkstatt-Mülltonne vier mal mit Spänen gefüllt.

Um auf ein brauchbares Gewicht zu kommen, muss noch verdammt viel Material weg, mehr als die Hälfte. Na mal sehen...


Tag 4+5: Hobeln und schleifen

Das war erst die eigentliche Arbeit: Die Blattflächen wurden dünn und konkav ausgehobelt, der Schaft geformt und alles verschliffen.

Die Waage brachte danach 1216g. Immernoch mehr als erhofft.

Inzwischen hat das Paddel geduscht, damit sich für den Endschliff die Holzfasern aufstellen. Dafür muss es jetzt erst mal trocknen.

© April 2010, Wolfgang Bion
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