Mein selbstgemachtes Tipi-Tarp. Es ersetzt auch das Schutzdach meiner Hängematte.

Tipi-Tarp & Fly

 

Nachdem ich in einem Gewitterregen mit der Hängematte einmal nass geworden bin, war klar, dass ich ein grösseres Schutzdach brauche. Bei den aktuellen Modellen ist das Dach ja auch schon vom Hersteller vergrössert worden.
Ich hatte schon vorher die Idee, ein solches Tipi-Tarp zu nähen. Damit habe ich nun ein Tipi-Zelt für 3 Personen mit Stehhöhe, ein Tarp, unter dem 4-5 Leute bequem sitzen und kochen können und ein Schutzdach für die Hängematte.
Bei Verwendung als Tipi-Zelt kann man es nicht nur im Sinne eines Zeltes, sondern sogar als Dusch- oder Umkleidekabine verwenden.
Das ganze Teil wiegt 750g, nach der Beschichtung 850g. Nicht mitgerechnet sind hier die Heringe.
Das Tarp hat 14 Abspannpunkte, die jeweils aussen und innen vorhanden sind, sowie einen an der 'Spitze'. 7 Zeltschnüre mit Spannern habe ich festgeknotet. Es werden minimal 4 und maximal 10 Heringe benötigt.
Als Material habe ich erst mal zu Billigem gegriffen: Eine Auto-Vollgarage in XL wurde kurzerhand zerschnibbelt. Es handelt sich um Taffetta-Nylon, scheint ziemlich stark und leicht zu sein, jedoch nicht wirklich wasserdicht.


Das Tarp besteht aus acht solcher Stücke von 2,5x1 Meter plus 2cm Saumzugabe rundum, die ich mit Hilfe einer Papierschablone sauber ausgeschnitten habe.


Im Zentrum ist ein Packsack direkt eingenäht. Dieser wird mit der Zentralschnur an einen Baumast gehängt. Alternativ kann auch eine Stange mittig aufgestellt werden, wenn man eine passende findet.


Dann einfach den Sack umstülpen und das Tarp mit vier Heringen abspannen.


Es ist trotzdem nicht so einfach, die richtige Höhe und Abspannpunkte zu treffen. Als Öffnung ist eine der Ecknähte über die ganze Länge mit Klettband versehen.


Zusätzlich können noch Abspannschnüre gespannt werden, z.B. wenn es windig ist. Dann können innen auch Wäscheleinen angebracht werden, sie werden durch die Spannleinen gehalten.


Ruck zuck ist das ganze als Tarp aufgebaut. Hier wird ein Baum oder ein Stock als Aufstellstange benötigt.


Und das Teil ist wirklich riesig!


Und verpackt nur so gross wie ein Brot.


Zu Hause habe ich das dann als Fly für meine Hängematte angepasst. Es passte kaum in mein Wohnzimmer. Ein Segment lässt sich seitlich bis zum Boden abspannen. Genial! Die Befestigung ist dabei genau wie bisher. Also jeweils am Kopfende und Fussende einhaken und seitlich abspannen. Zusätzlich sind zwei der seitlichen Abspannschnüre, die ich für die Verwendung als Tipi angebracht habe, bestens geeignet, um das Fly in der Mitte noch nach oben hin abzuspannen, z.B. an einem überhängenden Ast. Das gibt mehr 'Luft', bis hin zur vollen Stehhöhe!

Das Original-Tarp wiegt 300g, das neue 850g, also habe ich 550g Mehrgewicht. Bei all den neuen Möglichkeiten lohnt sich das ganz bestimmt! Möglicherweise lasse ich dafür den Poncho weg und spare 450g wieder ein.

Beschichtung

Die Beschichtung habe ich nach einem Tip von Christian Wagner gemacht: 500ml Terpentinersatz mit 150g Sanitärsilikon aus der Tube vermengen. Dazu muss man einen elektrischen Rührer benutzen, freiwillig verdünnt sich da gar nichts. Ich habe eine umgebogene Fahrradspeiche in die Bohrmaschine eingespannt und gefühlvoll am Drehzahlhebel gezogen.
Diese Mischung habe ich auf das aufgespannte Tarp aufgerollt. Dazu habe ich eine Farbrolle genommen, die Lösungsmittel geeignet ist (!!!) und kurze Häärchen hat. Also keine reine Schaumstoffrolle.
Der Verbrauch ist gering, von der Mischung ist noch ein Drittel übrig. Am Ende bleiben 10g/Quadratmeter auf dem Tarp haften.
Da das Nylon des Tipitarps schon eine leichte Beschichtung hatte, ist das Silikon nicht durch den Stoff durchgezogen (Das Terpentin aber schon!). Wo es dicker aufgetragen wurde, lässt es sich von der Oberfläche abrubbeln. Vielleicht ist diese Art der Beschichtung nicht optimal in der Haltbarkeit und ich versuche beim nächsten mal ein Fertigprodukt. Der Nylonstoff scheint aber jetzt ausreichend wasserdicht zu sein.

Es wird noch eine Ergänzung geben: Eine fünfte Seitenwand aus Moskitonetz werde ich noch anfertigen. Bei Verwendung als Tipi kann diese dann mit Klettband eingesetzt werden. Dadurch wird die Grundfläche des Tipis nochmal grösser. So kann man im Sommer vor Mücken geschützt abends in Ruhe kochen oder lesen.

© Mai 2004, Wolfgang Bion
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