

Dieser Klassiker aus Schweden hat auch mich überzeugt. Das Kocherset ist sehr standstabil, also sicher zu verwenden, kann normalerweise nicht kaputt gehen, also zuverlässig und Spiritus oder Alkohol als Brennstoff ist eigentlich auch überall zu bekommen.
Das einzige was mich ein bisschen stört ist das Gewicht. Ich habe das grosse Set, verwende aber nur den grösseren der beiden Töpfe. Das Gewicht des kleinen Topfes spare ich mir also schon. Trotzdem wiegt die Zusammenstellung, wie sie oben dargestellt ist, schon 1,5kg. Dazu kommt noch Spiritus, ca. 80-100g pro Tag. Wenn man für kurze Touren nicht eine passende Menge abfüllt, hat man schonmal 1 Liter dabei und kommt auf knapp 2,5kg Gesamtgewicht. Das Kocheruntergestell mit dem Windschutz könnte meiner Meinung nach leichter ausfallen. Dünneres Alublech hätte es da auch getan.
In Zukunft möchte ich noch mit leichteren Alternativen experimentieren. Es gibt viele Anleitungen zum Bau von Spiritusbrennern aus Dosen, Kocherständern und Windschutz im Web.

So koche ich meine Mittagssuppe:
Grundlage ist bisher der Einfachheit halber eine Tütensuppe, angereichert mit einer Mischung aus Reis und Mungobohnen. Letztere gibt es in orientalischen und asiatischen Läden und sind pflanzliche Eiweisslieferanten. Im Gegensatz zu fast allen anderen Trocken-Hülsenfrüchten garen diese halbierten Bohnen genauso schnell wie der Reis. Wichtigste Zutat ist noch frisches Gemüse, das ich meist vormittags frisch einkaufe.
Zuerst Wasser kochen, dann alle Zutaten einrühren, nochmal aufkochen lassen und zur Seite stellen. Wenn das auf der Unterlage aus Isomatte steht, würde das zur Not auch ohne weitere Hitze gar. Währenddessen in der Pfanne das indische Fladenbrot rösten, das geht in der beschichteten Pfanne sehr gut und ohne Fettzugabe. Wenn jetzt die Spiritusflamme noch an ist, reduziere ich sie mit der einstellbaren Brennerabdeckung, stelle den Suppentopf noch mal drauf und die Pfanne als Deckel oben drüber. So bleibt das Brot warm. Zum Essen verwende ich ein Berghaferl als Napf.
Da Wasser meist knapp ist, ist der Abwasch schwierig. Viele nehmen Sand zur Reinigung, ich hab das bisher noch nicht ausprobiert. Ich schleudere und schlage alle Gefässe so gut es geht leer und gebe etwas Wasser in den Topf. Hier spüle ich alles erst mal vor. Das Spültuch ist danach gut eingesaut, lässt sich aber mit relativ wenig Wasser wieder auswaschen. Mit dem ausgewaschenen Spültuch wische ich nochmal alles nach, das reicht dann auch. Spülmittel oder warmes Wasser verwende ich nicht. Da ich vegetarisch esse habe ich keine ekeligen Krusten in meinem Kochgeschirr.

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Möglichkeit, ein kleines Heizfeuer mit Holz zu unterhalten. Dies zu Wärmezwecken abends unterm Tarp. Als Feuerkiste fand ich einen Esbit-Ofen geeignet. Die offenen Seiten mussten noch verschlossen werden, damit keine Glut hier rausfällt, und eine feuerfeste Unterlage musste auch noch drunter.
Nun dachte ich mir, vielleicht kann ich ja auch einen flachen Kocher bauen, den ich mit Spiritus betreiben kann und der da auch rein passt. Dann brauche ich zum Kochen nicht erst ein Holzfeuer zu machen. Als dritte Möglichkeit können natürlich auch noch die ursprünglichen Esbit-Tabletten verwendet werden.
Und so kam es, dass ich ohne es zu wollen, eine vollständige und leichtere Alternative zum Trangia zusammenstellte, ein Kochset, das ich auch als Mehrstoffkocher verwenden kann.

Der Ofen mit dem Spiritusbrenner in einer ersten Version: Der Brenner war viel zu gross. Er brachte zwar einen halben Liter Wasser in 5 Minuten zum Kochen, aber dann war der Spiritusvorrat auch schon verbraucht.

Die zusätzlichen Seitenwände, mit denen ich den Esbitkocher seitlich verschliessen kann, bestehen aus dünnem Dosenblech, das längs gefaltet ist und sich so über die Blechränder vom Kocher schieben lassen. Als Unterlage dient ein Stück Alufolie, das auch genau auf den Boden des Topfes passt.

Das Wasser kocht nach 5 Minuten.

Der zweite Brenner ist viel kleiner. Innen drin liegt lose eine Spirale aus einem Blechstreifen. Sie dient dazu, die Hitze der Flamme zurück in den Spiritus zu leiten. Dadurch kocht der Spiritus und brennt stärker. Den Brenner habe ich randvoll gefüllt. Er brannte dann 12 Minuten und nach 5 Minuten kochte auch hier ein halber Liter Wasser.

Einen einfachen Windschutz aus Alufolie habe ich auch gleich fertig gemacht. Das ganze Set ist ein halbes Kilo leichter als mein normales Trangiaset. Für anspruchsvollere Kochereien würde ich auf den Trangia aber nicht verzichten. Aufgewertete Tütensuppe bekomme ich aber auch hiermit gar - und kann noch ein Holzfeuerchen machen. Die Esbittabs sind dabei gute Anzünder auch für evtl. nicht ganz trockenes Holz.
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